Information zu Grand Theft Auto: Vice City (2002)

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Eingetragen am 23.02.2006 11:52:47 von DooMinator
Zuletzt geändert am 10.02.2007 17:30:02 von KT [Admin]

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Grand Theft Auto: Vice City (2002)

Indizierungsentscheidung von GTA Vice City (engl.)
 
Zitat aus der Indizierungsentscheidung der BPJM, die Namen der Verfahrensbeteiligten wurden zensiert.

"S a c h v e r h a l t

Das Spiel ?Grand Theft Auto ? Vice City" für Playstation 2 wurde 2002 von der Firma [..] konzipiert. Sie ist Inhaberin aller Rechte. ?Grand Theft Auto ? Vice City" wird in der Bundesrepublik Deutschland von der Firma [..] vertrieben.


Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) hat das Spiel eingestuft mit ?Geeignet ab 16 Jahren".


Der Antragsteller beantragt die Indizierung, weil der Inhalt des Spiels geeignet sei, Kinder und Jugendliche in ihrer geistigen und seelischen Entwicklung zu gefährden.


Bei ?Grand Theft Auto - Vice City" schlüpft der Spieler in die Rolle des Mafia-Mitglieds Tommy Vercetti, der nach einer langen Haftstrafe in den 80er Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird. Vercetti wird von seinem Boss von Liberty City (entspricht New York City) nach Vice City (entspricht Miami) entsandt, um den Einfluss der Mafia auf Vice City auszuweiten.

Doch schon beim ersten Drogen-Deal wird Vercetti betrogen; er verliert sowohl sein Startkapital als auch die Drogen, die er damit hätte erwerben sollen, sehr zum Ärger seiner Auftraggeber.

Vercetti muss nun das verlorene Geld und die Drogen zurückgewinnen, die Verschwörung aufdecken und sich dabei selbst zum Verbrecherkönig von Vice City erheben.


Der Spieler muss eine Vielzahl von Missionen für verschiedene Auftraggeber bewältigen, um seinem Ziel, Gangsterboss von Vice City zu werden, näher zu kommen. Inhalt dieser Missionen ist nahezu alles, was man sich als Beschäftigung für einen Verbrecher vorstellen kann: Raub, Drogentransporte, Straßenrennen, Vandalismus, Schutzgelderpressung, Bombenanschläge, Mord und vieles mehr. Durch das Erfüllen von Aufträgen erhält der Spieler Geld, das er in Waffen, Ausrüstung und später sogar Immobilien investieren kann.


?Grand Theft Auto ? Vice City" bietet rund 40 verschiedene Waffen, angefangen von Nahkampfwaffen wie Hammer, Baseballschläger oder Samuraischwert über verschiedene Maschinenpistolen und ?gewehre bis hin zu Flammen- und Raketenwerfern.

Der Großteil der Handlung des Spiels findet jedoch in Fahrzeugen statt. Entsprechend kann der Spieler rund 120 verschiedene Fahrzeuge benutzen: Zweiräder, Autos, Panzer sowie Wasserfahrzeuge und Flugzeuge.

Diese erwirbt der Spieler, ganz nach Gangstermanier, meist dadurch, dass er parkende Fahrzeuge stiehlt oder einfach die wehrlosen Fahrer aus ihren Gefährten herauszerrt.


Allerdings verfügt Vice City auch über Polizeikräfte, die das Gangsterleben erschweren. Begeht der Spieler in Sichtweite eines Streifenpolizisten oder eines Polizeiwagens eine Straftat, versuchen die Polizisten, Vercetti festzunehmen. Gelingt ihnen dies, wird der Spieler verhaftet, d.h. er verliert alle seine Waffen und muss Strafe zahlen. Sollte zum Zeitpunkt der Verhaftung eine Mission gespielt werden, gilt diese als misslungen und muss erneut versucht werden.

Die Intensität, mit der die Polizei nach dem Spieler fahndet, wird in sechs Level eingeteilt: kleinere Straftaten in Anwesenheit eines Polizisten führen zum ersten Fahndungslevel. Dabei wird der Spieler zunächst nur von vereinzelten Beamten verfolgt. Hier hat der Spieler noch die Chance, sich vor der Polizei zu verstecken, da Fahndungslevel eins nach einer Weile außer Sicht der Polizei selbständig wieder auf null sinkt.

Ab dem zweiten Level, was bei wiederholten oder schweren Straftaten eintritt, kann sich der Spieler nur noch der Fahndung entziehen, indem er seinen Wagen in einschlägigen Werkstätten gegen Bezahlung umlackieren lässt oder spezielle Gegenstände (?Pick-Ups") einsammelt, die das Fahndungslevel senken.

Mit erhöhtem Fahndungslevel steigern sich die Maßnahmen der Polizei: auf Level zwei verfolgen mehrere Wagen den Spieler, auf Level drei kommen Hubschrauber und Sonderfahnder im Sportwagen hinzu (eine Anspielung auf die TV-Serie ?Miami Vice"), auf Level vier Sondereinsatzkommandos mit Straßensperren, auf Level fünf das FBI mit gepanzerten Geländewagen und auf Level sechs die Nationalgarde mit Soldaten und Panzern. Zusätzlich interessiert sich auf Fahndungslevel sechs auch das Fernsehen für die Taten des Spielers: zunächst nur in den Lokalnachrichten, dann bundesweit und schließlich wird der Spieler zur nationalen Krise erhoben.


Der Spieler ist jedoch nicht gezwungen, die Missionen, die ihn dem Spielziel näher bringen, auch zu erfüllen. ?Grand Theft Auto ? Vice City" bietet eine relativ große Handlungsfreiheit. So kann der Spieler auch auf eigene Faust die Stadt erkunden und als Kleinkrimineller Geld verdienen: Geschäfte lassen sich ausrauben, getötete Passanten hinterlassen Geld. Tötet der Spieler Gangster, die gerade von der Polizei verfolgt werden, wird er dafür belohnt. In ähnlicher Weise kann er sich als Vigilant betätigen, indem er ein Polizeifahrzeug entwendet und flüchtige Verbrecher tötet. Desweiteren kann man sich (gangster-untypisch) als Taxifahrer, Krankenwagenfahrer oder Feuerwehrmann beschäftigen: dabei gilt es, innerhalb kurzer Zeit Fahrgäste zu transportieren, Verletze ins Krankenhaus zu befördern oder Brände zu löschen. All das wird wiederum mit Geld vergütet.


In der Spielelandschaft von ?Grand Theft Auto ? Vice City" ist eine Vielzahl von versteckten ?Goodies" (Gegenstände, die dem Spieler Bonus-Fähigkeiten o.ä. bescheren) verteilt, darunter Waffen oder auch ?Rampages", die eine kurze Mission im Stile eines Amoklaufs starten: bei diesen Rampages hat der Spieler dann die Aufgabe, eine bestimmte Anzahl von Passanten innerhalb einer vorgegebenen Zeit auf eine bestimmte Weise zu töten.

Desweiteren verbergen sich im Spiel eine große Anzahl versteckter Möglichkeiten, um spektakuläre Stunts zu absolvieren.

All jene besonderen Spielinhalte ergeben sich nicht aus der Anleitung, sondern werden erst zufällig im Laufe des Spiels entdeckt.


Wie schon bei ?GTA 3" hat der Spieler in ?Grand Theft Auto ? Vice City" keine begrenzte Anzahl von ?Leben". Sollte er getötet werden, wird er gegen eine geringe Gebühr im nächsten Krankenhaus wiederbelebt. Abgesehen von Gesundheits-Pickups, die den Spieler heilen, kann dieser sich auch einer Prostituierten bedienen: hält er mit einem exklusiven Wagen neben einer solchen Dame, steigt sie zu ihm ein; in einer ungestörten Gegend kommt man ins Geschäft, und die Gesundheit des Spielers steigt gegen entsprechende Bezahlung an.


Die Grafik des Spiels ist nach aktuellem Stand als sehr gut einzuschätzen. Die Spielphysik ist recht aufwändig, so dass jedes Fahrzeug ein eigenes, typisches und recht realistisches Fahrverhalten besitzt.

Im Spiel implementiert sind 9 verschiedene ?Radiosender" mit je 10 bis 15 verschiedenen Original-Liedern aus den 80er-Jahren, die in den Fahrzeugen angehört werden können und so sehr stimmungsvoll zur Atmosphäre des Spiels beitragen.


?Grand Theft Auto ? Vice City" wird in Deutschland als mehrsprachige Version angeboten.

Auf einer Playstation mit deutschen Ländereinstellungen ist das Spiel daher entschärft: Blut wird nicht dargestellt, Körperteile können nicht abgetrennt werden, niedergestreckte Passanten oder Prostituierte hinterlassen kein Geld und kommen nach kurzer Zeit wieder zu sich, die Schreie der Opfer wurden entfernt, ebenso die Möglichkeit, auf am Boden liegende Gegner weiter einzuschlagen.


Stellt man in den Optionen der Playstation 2 die Ländereinstellung des Geräts jedoch von deutsch auf englisch, so ist ?Grand Theft Auto ? Vice City" gänzlich ungeschnitten.


Eine derartige Manipulationsmöglichkeit gab es bereits bei bei ?Grand Theft Auto 3". Allerdings war der Bundesprüfstelle zum damaligen Zeitpunkt die Einfachheit der Umstellbarkeit nicht bewußt. Zudem ist die Bundesprüfstelle bislang fälschlich davon ausgegangen, dass es zur Umstellung des Spieles der Verwendung externer Daten bedarf, die dem Hersteller nicht zuzurechnen sind.

Da sich im Falle von ?Vice City" gezeigt hat, dass die Umstellung auf die blutige englische Version des Spieles durch Veränderung der Systemsprache der Spielkonsole im wahrsten Sinne des Wortes kinderleicht ist, ist eine solche Manipulationsmöglichkeit dem Hersteller zuzurechnen.

Insofern verwirft die Bundesprüfstelle Ihre in der Entscheidung zu ?GTA 3" vertretene Ansicht bezüglich derartiger Manipulationen am Spielgerät.


Die Verfahrensbeteiligte wurde form- und fristgerecht davon benachrichtigt, dass über den Antrag in der Sitzung vom 6.3.2003 entschieden werden soll. Der Verfahrensbevollmächtigte der Verfahrensbeteiligten beantragt Ablehnung des Indizierungsantrages.

Die Verfahrensbeteiligte führt im wesentlichen aus, dass dieses Spiel als ein Kunstwerk einzustufen sei. ?Vice City" sei in erster Linie als Hommage an die 80er-Jahre, die ohnehin gerade ein Revival erlebten, anzusehen. Das Spiel sei sogar als Exponat in Kunstausstellungen zu finden.

Insofern verweist die Verfahrensbeteiligte auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG NJW 1993 1490 ff.), wonach Werke, die als Kunst einzustufen sind, nur dann indiziert werden dürfen, wenn damit gleichzeitig eine offensichtlich schwere Jugendgefährdung verbunden ist.


Ebenso verweist die Verfahrensbeteiligte darauf, dass die Vorgängerversionen ?Grand Theft Auto", ?Grand Theft Auto 2" und ?Grand Theft Auto 3" durch das Zwölfergremium der Bundesprüfstelle nicht indiziert worden sind.


Wegen der weiteren Einzelheiten des Sach- und Streitstandes wird auf den Inhalt der Prüfakte und auf den des Computerspieles Bezug genommen.

G r ü n d e

Das Computerspiel ?Grand Theft Auto - Vice City" ist in die Liste der jugendgefährdenden Schriften aufzunehmen.


Ähnlich wie bei den Vorgängerversionen hat sich das Zwölfergremium der Bundesprüfstelle im Hinblick auf die Indizierungsnotwendigkeit zunächst Gedanken darüber gemacht, ob das Spiel inhaltlich die Grenze zur Jugendgefährdung überschreitet.

Die Grenzüberschreitungen könnten sich nach Auffassung des Gremiums bereits aus den Spielaufträgen ergeben, die von der Formulierung her durchaus grenzwertig erscheinen. Neben der Erfüllung der Aufträge, die ohne jede Frage als amoralisch einzustufen ist, hat der Spieler zudem auch die Möglichkeit, ?auf eigene Faust" Verbrechen zu begehen: so kann er unabhängig von den im Spiel enthaltenen Aufträgen wie es ihm beliebt die Stadt durchstreifen, Geschäfte überfallen, Fahrzeuge stehlen oder Passanten ermorden.

Zwar kann der Spieler auch, wie die Verfahrensbeteiligte dies zutreffend anführt, in friedfertiger Form Geld als Rettungs- oder Eiswagenfahrer oder als Taxiunternehmer verdienen, Stunts ausüben oder aber einfach gesetzestreu durch die Stadt fahren, um dabei die unterhaltsame Radiomusik zu hören.

Entscheidend für eine eventuelle Jugendgefährdung kann aber schwerlich sein, was der Spieler unterlassen kann, sondern eher, was er tun kann. Und die vorrangigen Spielziele von ?Vice City" sind unbestrittener Maßen krimineller Art.


Die Aufträge die erteilt werden, sind zwar ?mafiatypisch", es gibt jedoch zunächst keine Anhaltspunkte dahingehend, dass ein jugendlicher Spieler den Spielauftrag als wirklichkeitsnah einstufen und als in die Realität umsetzbar verstehen könnte. Mafiakarrieren werden von ?Vice City" wohl kaum provoziert oder gefördert.


So ist weder das Überfahren von Passanten noch das Erschießen von Menschen oder der Polizei im Rahmen der Spielaufträge nützlich. Es zieht dem Erreichen des Spiels eher abträgliche Konsequenzen nach sich, ruft es doch die Polizei auf den Plan, die fortan Jagd auf die Spielfigur macht. Das Misserfolgsrisiko bei Gewaltanwendung insbesondere gegen unschuldige Menschen ist daher relativ groß und zwingt den Spieler, darüber nachzudenken, welche Spielschritte er sich als günstige Strategie zurechtlegt. Ein auf den Missionserfolg abzielender Spieler wird unnötige Sadismen wie das Überfahren von Passanten und Erschießen von Menschen im Rahmen der Spielmissionen möglichst vermeiden, weil er andernfalls gleich Gefahr läuft, zu scheitern.


Anders sieht es zweifellos aus, wenn sich der Spieler unabhängig von Spielaufträgen frei in Vice City bewegt. Ohne den Druck, eine Spielmission zu erfüllen, nimmt die ?Furcht" des Spielers vor der Strafverfolgung ab: eine Verhaftung führt im derartigen Spiel ja nicht zum Misserfolg eines Auftrags, sondern lediglich zum Verlust der Ausrüstung des Spielers sowie eines geringen Geldbetrags, was den Spieler schwerlich davon abhalten wird, nach Lust und Laune durch Vice City zu marodieren.


So hat man auch das Zwölfergremium der Bundesprüfstelle diese Spiel wiederum zum Anlass genommen über Wirklichkeit und Computergeschehen zu diskutieren. Sofern Spielspaß aus dem Töten von Menschen gewonnen wird und diese Tötungsvorgänge entsprechend akustisch untermalt und blutig visualisiert sind, nimmt das Gremium regelmäßig an, dass diese Inhalte auf Kinder und Jugendliche verrohend wirken können.


Was in diesem Spiel rein inhaltlich geboten wird, muss zwar eindeutig als amoralisch eingestuft werden, ist jedoch derart überzogen, dass zumindest ältere Jugendliche diese Aufträge wohl nicht ernst nehmen. Allein die Tatsache, dass ein Spiel zumindest grenzwertig oder bedenklich im Sinne des Jugendschutzes ist, reicht für eine Indizierung nicht aus. Denn insbesondere das der Indizierungsentscheidung folgende Werbeverbot bedeutet gravierende, wenn auch verfassungsrechtlich als zulässig bezeichnete Eingriffe.


Allerdings werden die spielerischen Tötungsvorgänge in ?Grand Theft Auto - Vice City" derart drastisch dargestellt, dass zumindest diese Spielelemente als verrohend und damit sozialethisch desorientierend einzustufen sind: das Blut getöteter Personen sammelt sich in Lachen, so dass der Spieler bei Durchqueren dieser Pfützen blutige Fußspuren bzw. Reifenabdrücke hinterlässt. Auf am Boden liegende Gegner kann eingeschlagen werden, selbst wenn diese bereits tot sind. Die Blutlachen vergrößern sich dabei. Beim Gebrauch von starken Waffen werden gelegentlich Körperteile der Gegner abgerissen. Die derart verstümmelten Gegner taumeln anschließend schreiend umher, bis sie zu Boden gehen. Bei Benutzung einer Kettensäge scheint das Blut gar in einzelnen Tropfen auf den Bildschirm zu spritzen.

Die Tötungsvorgänge werden entsprechend akustisch untermalt: neben den Schreien der Opfer quittiert die Spielfigur seine Taten mit markigen Kommentaren.


Zwar hat die Verfahrensbeteiligte das Spiel für den deutschen Markt in der Form angepasst, dass die beanstandete Gewaltdarstellung reduziert wurde, jedoch ist diese Entschärfung wie bereits erwähnt praktisch wirkungslos. In der Tat ist, wie die Verfahrensbeteiligte zutreffend anführt, die durchschnittliche Playstation 2 in deutschen Haushalten zunächst auf deutsche Systemsprache eingestellt. Jedoch besteht gerade bei Jugendlichen Nutzern der Konsole grundsätzlich das Interesse daran, ein Spiel in seiner ungeschnittenen Fassung spielen zu können. Die Information, wie dies bei ?Vice City" zu erreichen ist, ist jedermann im Internet zugänglich. Der zeitliche und technische Aufwand der Umstellung auf englische Systemsprache ist minimal, und wirkt sich auf rein deutsche Playstation 2-Spiele nicht aus.

Technische Probleme sind nach erfolgter Umstellung nicht zu erwarten, da zumindest ?Vice City" offensichtlich als multilinguale Version ausgeliefert wird, die sich nur in der Verpackung von ausländischen Versionen unterscheidet.

Selbst für Spieler, die der englischen Sprache nicht mächtig sind, ergibt sich aus dem Beibehalten der deutschen Systemsprache kein Vorteil, da das Spiel grundsätzlich keine deutsche Sprachausgabe enthält, sondern lediglich deutsche Untertitel einblendet. Deutsche Untertitel lassen sich jedoch auch auf einer englischen Playstation zuschalten, indem der Spieler zunächst einen Spielstand unter deutschen Einstellungen abspeichert, und diesen dann unter englischen Einstellungen lädt.

?Grand Theft Auto ? Vice City" wurde von der Fachpresse begeistert aufgenommen und mit zahlreichen Auszeichnungen prämiert. In den ersten Verkaufstagen wurde das Spiel knapp 100.000 mal in Deutschland verkauft. Darin liegt nach Herstellerangaben der beste Start, den ein Playstation 2-Spiel auf dem deutschsprachigen Markt jemals zu verzeichnen hatte.

Wie die Verfahrensbeteiligte zutreffend ausführt, vermittelt ?Vice City" nicht nur die Botschaft, dass die Vernichtung von menschlichem Leben zu einem besonderen Spielspaß verhilft. Das Spiel vermittelt stellenweise durchaus einen augenzwinkernden Rückblick auf die 80er Jahre, nicht zuletzt durch die implementierten Radiosender, die neben Hits der damaligen Zeit mit humorvollen Kommentaren der Radiosprecher und satirischen Werbeclips aufwarten. Die Musik dieser Sender wird sogar unabhängig vom Spiel als mehrteilige CD-Box vertrieben.

Umso verwunderlicher erscheint in diesem Zusammenhang die weit über die Maßen des für Minderjährige Zumutbaren hinausgehende Gewaltdarstellung des Spiels. Das Niedermetzeln von alten Damen mit Hilfe einer Kettensäge, bei deren Einsatz das Blut auf der Innenseite des Bildschirms herunterzulaufen scheint, passt schwerlich in eine Hommage an die 80er Jahre, ebensowenig wie das Zerplatzen von Köpfen, wenn diese mit einem Präzisionsgewehr getroffen werden. Nach Ansicht der Bundesprüfstelle stehen diese Gewaltexzesse in keinem ersichtlichen Zusammenhang mit dem laut Angaben der Verfahrensbeteiligten beabsichtigten ?Nostalgie-Effekt" des Spiels.

Wegen der Schwere der von diesen Darstellungen ausgehenden Jugendgefährdung ist das 12er-Gremium zu der Überzeugung gelangt, dem Jugendschutz den Vorrang vor dem Kunstschutz einzuräumen."

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